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Man muss das Unmögliche versuchen um das Mögliche zu erreichen.
 Hermann Hesse



Berlin Marienfelde - Die Meinungen Marienfelder Bürger

Rathaus Schöneberg, Foto: Juhnke  Für mehr bürgernahe Politik:

Die Meinungen Marienfelder Bürger

Diese Zuschriften zeigen, wo es in unserem Kiez "unter den Nägeln brennt". Eine Pflichtlektüre vor allem für die Politiker im Rathaus. Weitere Bürger-Zuschriften finden Sie unter
"Offene Briefe an die Supermarkt-Konzerne".
Da einige Zuschriften recht lang sind, können Sie über diese Links direkt zum Thema "springen".

      Zum Ski- und Wellness-Tempel in Mariendorf
      Schöner Wochenmarkt
      Das war's also mit der Steinwald-Schule...
      Zur Schließung der Steinwald-Schule
      Post aus Vancouver, Kanada
      Einkaufs-Struktur und Idyllzerstörung in Marienfelde
      Was ist nur aus unserem schönen Marienfelde geworden?!
      Steinwald-Schule ??? Ja, uns gibt es noch immer....


Zum Ski- und Wellness-Tempel in Mariendorf

Mir wird schlecht, wenn ich daran denke, daß ich bald kaum noch mit dem Auto zu meinem Haus komme. Ist ja jetzt schon zu bestimmten Zeiten eine langwierige Sache. Die Marienfelder Allee ist verkehrstechnisch überlastet und es wird ja eh schon schlimmer durch entsprechende Entwicklungen in Zukunft. Abends und an den Wochenenden ist es dann umso ruhiger und man kann den Feierabend genießen, oder sogar mal spazierengehen entlang der MaFeAllee.

Damit ist nun bald Schluss. POLARIS kommt. Auch am Wochenende. Wehrt sich ja keiner. Schreien alle nur Hurra. Klar, haben alle hier nur drauf gewartet, daß endlich mal so eine sauteure Skihalle und Badelandschaft a la Snowtropolis und Tropical Island hier entsteht. Warum außerhalb Berlins, wo genug Platz ist, wenn man mittendrin Stress machen kann. Snowtropolis liegt ja auch mitten in Senftenberg...ach nein...komisch, warum denn nicht? Oder mitten in Cottbus? Auch nicht....?

Warum das Schindler-Gelände sinnvoll evtl. nutzen für einen Autobahnanschluss, der die Marienfelder Allee endlich entlastet? Warum nachdenken?

Wir wissen ja auch alle nicht, wohin mit unserem Geld (Ski >30€, Baden >20€ ca.), wir brauchen das unbedingt vor unserer Haustür und die Straßen sind ja auch kaum ausgelastet, wie wohl angeblich ein Gutachten aus 1998 besagt. 1998 ??? Großbeeren Güterfrachtzentrum, gab es das damals schon??? Neuansiedlung von Konzernen, Auslieferungslager ??? Umweltgutachten ?? Wo kann man das alles nachlesen, einsehen ? Aktuelle Berichte, Verkehrsgutachten ? Paar neue Linksabbiegerpfeile reichen, stand im Tagesspiegel.... Für fünftausend Besucher pro Tag, also zweitausend Autos... Oder sollten die in der Stadtplanung keinen Taschenrechner haben?

Man läßt sich ja gern überzeugen! Schnittchen und Sekt sind drin, aber mehr nicht? Die Beleuchtung soll die direkten Anwohner nicht stören...und der Lärm? Oder das eigene Kraftwerk? Der riesige Parkplatz bis nach 24 Uhr?? Da wird der Bürger für dumm und dümmer verkauft. Das ist nicht mal so ein kleines nettes Projekt. Das ist ein Rieseneinschnitt mit Millionen Besuchern.

Tja, da kommt eben echtes Urlaubs-Feeling auf, denkt sich da POLARIS (oder auch die Tree-AG), eben Stau ohne Ende. Na prima, das fehlte doch schon seit langem hier in Marienfelde, oder? Oder wie der Österreicher gern sagt: des paßt scho...

Daniela Dennig, 14. Nov. 2007


Schöner Wochenmarkt

Fisch frisch und geräuchert,griechische Spezialitäten,Backwerk immer frisch und lecker,Wurst und Fleisch frisch auf den Tisch, selbst der Spreewald ist nach Marienfelde gekommen. Dort habe ich leckersten Sachen entdeckt (super Salate), und die besten und frischsten Gurken aller Zeiten gegessen. Immer freundliche Bedienung und gemütlich-familiäres Flair.

Ich hoffe, die Kunden und Händler sind immer zufrieden, dass uns der neue Markt recht lange erhalten bleibt.

Günther Hennig, 30. August 2007


Das war's also mit der Steinwald-Schule ...

So, das war´s nun also. Die Steinwald-Grundschule schließt für immer ihre Pforten und die Kinder, Lehrer und Eltern machten sich zu Fuß, von Trommeln begleitet, auf zum neuen Standort.

Es war ein bewegender Abschiedsmarsch, der von den Lehrern zwar fröhlich gestaltet wurde, nach dem Motto: "In jedem Abschied steckt ein Neuanfang", aber vor allem die Erwachsenen kämpften mit so mancher Träne.

Schade nur, dass die Verantwortlichen vom Schulamt, die den Eltern so häufig das Leben schwer gemacht haben, nicht da waren! Überhaupt hat man die Worte "Es tut uns Leid" noch nicht zu hören bekommen. Im Gegenteil: In Schulausschusssitzungen macht man sich regelmäßig lustig über die Betroffenen und fühlt sich genervt von den "Steinwald-Eltern", die natürlich nicht aufgehört haben, sich für die Kinder einzusetzen. Man wird verhöhnt, wenn man nach einem Schulbus fragt oder Zuschüsse für´s Fahrgeld beantragen möchte. Wenn man einen Antrag auf die Anschaffung von Zweitinstrumenten für die Bläserklassen stellt, damit die Kinder die Instrumente nicht immer im Bus oder zu Fuß hin und her tragen müssen, ist der Antrag entweder abhanden gekommen oder entspricht nicht der Form.

Tja, so hat sich für die Damen und Herren im Schulausschuss eben nichts verändert und so werden wir weiterhin verHAPELt und verGAPPt.

Claudia Otto, Andrea Lorenz, 9. Juli 2007


Zur Schließung der Steinwald-Schule

Es ist wahrlich eine Schande, dass diese Schule schließen wird. Ich war selbst Schüler hier und habe die Zeit sehr genossen. Auch hat man hier als Schüler Bildungsgrundlagen gelehrt bekommen, die mir zumindest bis in die Mittelstufe nützlich und hilfreich waren.

Das Lehrpersonal war stets kompetent, nett, freundlich und erfolgreich im Vermitteln von moralischen Kompetenzen und Werten.

Auch ich hätte mein Kind vielleicht später gerne an diese Schule geschickt, so positiv habe ich sie in Erinnerung. Eine Schulzusammenlegung wird sehr viele Herausforderungen und Schwierigkeiten für die Schulkinder mit sich bringen. Die Klassenfrequenzen können zu hoch sein, so dass die individuelle Betreuung verloren geht. Freundschaftsbünde werden möglicherweise verfrüht entzweit, weil zu Recht nicht alle Eltern ihre Kinder auf die Zwangsalternative schicken wollen.

Ein fähiges, eingespieltes etabliertes Kollegium geht vielleicht teils verloren. Ist denn überhautp Platz für die Steinwald-Lehrer an der neuen Schule? Oder muss das breits vorhandene Personal mit der Belastung zurecht kommen?

Was passiert mit den Sonderschulklassen? Wo werden diese jetzt unterrichtet? Was passiert mit dem Schulgelände bleibt es ungenutzt? Was passiert mit dem hervorragenden Verkehrsübungsplatz, die wenigsten Schulen können sich mit so etwas brüsten. Was passiert mit dem Pausenhof und der Turnhalle?

Was passiert mit denjenigen, die mit der Steinwald Schule Positives und ihre Kindheit verbinden? Warum muss gerade diese Schule schließen, wo doch gerade hier so ein enormes Potenzial vorliegt? Dann sind die Klassenfrequenzen eben geringer, so erhalten die einzelnen Schüler eine mögliche qualitatve und quantive Betreuung, die nicht zu verachten ist.

Die geplante und nunmehr scheinbar unabwendbare Schließung meiner ehemaligen Grundschule stimmt mich zutiefst traurig, da ich genau weiss, was für eine Bereicherung sie für das Berliner Grundschulwesen war. Für mich die erste Wahl, was eine Grundschule in Tempelhof betrifft. Schade.

Arndt Adam, 6. Juli 2007


Post aus Vancouver, Kanada

Sehr geehrter Herr Juhnke und Team,
da ich gebuertige Berlinerin bin und in Marienfelde gross geworden, hat mich diese Entwicklung in Marienfelde sehr bewegt. Ich erfuhr durch meine Schwester von dem Dilemma. Es hat mich schon immer gestoert, dass es so wenig Einkaufsmoeglichkeiten in Marienfelde gibt, obwohl die Einwohnerzahl zu genommen hat. Man sollte sich Ideen aus Lichtenrade holen, da die Bahnhofstrasse ideal zum Einkaufen ist, dort gibt es wenigstens Reichelt. Man sollte einen schoenen Supermarkt mit Bio Produkten haben, eine Auswahl in jedem Fall. Wichtig ist auch fuer Senioren und jungen Familien das Freizeitgelaende. Es ist sehr wichtig die Bevoelkerung zu mobilisieren. Ich lebe seit vielen Jahren in Kanada, habe aber sehr viel Interesse am Leben in Berlin, bin haeufig drueben. Wir haben aehnliche Situationen hier. Ich wuensche Ihnen allen viel Ausdauer und nicht aufgeben, es lohnt sich.

Mit lieben Gruessen aus Vancouver
Ihre Sigrun Roennebeck


Einkaufs-Struktur und Idyllzerstörung in Marienfelde

Ich bin Hausfrau und wohne mit meinem Mann und 2 Kindern seit Juli 2006 in Marienfelde. Ich möchte meiner Meinung einmal Luft machen und bedanke mich im Voraus für Ihre Zeit, die Sie sich hierfür nehmen.

Wir hatten uns so über die guten Einkaufsmöglichkeiten in der schönen Gegend gefreut. Schon beim Einzug fiel uns der fehlende Edeka-Markt auf, den ich gern besuchte nach dem Minigolf mit den Kindern. Es war ein sehr schöner Laden. Unbegreiflich, warum der schloss. Und dieser schöne Minigolf-Platz, so liebevoll angelegt mit Teich u.a., eine richtige Naherholung, der soll auch weg? Und jetzt nahmen sie mir noch den Plus Ecke Kaiserstraße weg!

Bald haben wir nur noch ein Auto, das wir uns dann gut aufteilen müssen. Mir fehlt die fußläufige Einkaufsmöglichkeit sehr. Selbst Kaiser´s Hranitzkystraße ist mir zu weit, der in der Malteser soll geschlossen werden und Norma finde ich gräßlich. Der Laden vermittelt: Kauf oder hau ab. Lieblos. Schlecht. Nicht einmal fettarme Milch. Baut man nur noch auf dieses Publikum? Soll Marienfelde im Sumpf versinken? Sollen Gutverdienende und Rentner wegziehen, weil das Umfeld es vergrätzt? Erwägt man deshalb keinen Vollsortimentsladen wie Reichelt oder Rewe in unserer Gegend? Und dann noch der nicht gerade einladende Russische Handel. Hätte man auch netter gestalten können. Warum bekamen eigentlich Kaufland für die Südmeile (obwohl ich dieses Geschäft nicht kenne)und Rewe für das Gelände des alten Bauhauses die Absage ?

Wir wurden veräppelt, als wir hierherzogen und unsere Jüngste umschulen wollten. Ich hatte schon fast die Anmeldung an der Steinwald-Grundschule für die 3.Klasse unterschrieben, als eine Mutter mir auf Anfrage wie die Schule sei sagte, daß diese geschlossen wird. Im Sekretariat durfte man angebl. nichts sagen. Erst ein Anruf bei der Behörde gab Gewissheit, zumindest daß man die ersten Klassen nicht mehr füllt. Das reichte mir ja schon. Konkreter brauchte man da nicht werden. Aber diese Heimlichtuerei ist schon mehr als dreist. Und das kommt von "oben". Da hätte man meinem Kind eine evtl. baldige nochmalige Umschulung zugemutet mit allen evtl. Folgen ??? Rücksichtslos!

Und genauso rücksichtslos ist die Politik auch bei der Versorgungsfrage. Da möchte ich auch nicht einfach zusehen. Und da wundert man sich über rückläufige Wahlbeteiligung. Wen wundert es noch? Man fühlt sich allein gelassen. Man ist egal. Es wird über die Köpfe entschieden, und was noch schlimmer ist, es wird schlecht entschieden ohne auf die Folgen für die Bürger zu achten. Sehen denn alle Verantwortlichen nur ihre guten Pensionen? Wir leben hier und jetzt und können unser Umfeld formen. Ich kann nicht zusehen, wie alles kaputtgeht.

Wir wohnen ca. auf Höhe des Hanielwegs/Domagkstraße. Ist das alte Bauhaus-Gelände am Nahmitzer Damm nicht groß genug für einen Supermarkt? Da halten Busse, S-Bahn nicht weit, da könnte doch sogar ein kleines Kaufhaus á la S-Bahn Zehlendorf entstehen. Das wäre doch auch für die Eisdielen und Lokale vorteilhaft und Parkplätze wie bei Kaufland auf dem Dach. Warum wurde das angebl. abgelehnt? Und der alte Edeka Ecke Heilandsweide kann doch von einem Rewe übernommen werden, die sind doch auch nicht größer.

Der Minigolf-Platz im Hanielweg ist weit bekannt. Wir waren Zehlendorfer und zuletzt im Bezirk Lichterfelde seßhaft und wir und Bekannte haben oft den Platz besucht und auch unsere Kindergeburtstage dort verbracht. Es ist der einzige derart gepflegte Platz, den ich kenne und wo man danach noch nett auf der überdachten Terrasse sitzen kann und etwas trinken oder ein Eis essen kann. Und wo man auch noch fachsimpeln kann über Minigolf, weil echte Profis auf der Bahn verkehren. Das spornt die Kinder auch an und vermittelt ihnen nicht nur einen Freizeitspaß, sondern eine echte Sportart zu betreiben. Das brauchen die Kinder !!! Bei der Wohnungswahl stach uns die Nähe sofort ins Auge, wenn es auch kein Hauptkriterium war. Aber der Platz hat Stil und die Kinder lieben ihn auch. Minigolf vermittelt Konzentration, Ruhe, Gelassenheit und Ausdauer. Und wenn man dann noch auf den nett angelegten Teich sieht und die tolle Bepflanzung, tankt man gleich noch viel Natur mit auf. Das ist erhaltenswert!!!!!

Die Konzerne sind in der Pflicht! Und einen ALDI Marienfelder Allee, Ecke Hanielweg zu bauen, halte ich für eine Schnapsidee. Der Hanielweg ist sehr eng. In der MArienfelder Allee stehen denkmalgeschützte Bauwerke. Sehr schöne Häuser. ALDI ist ein Schandfleck und paßt nicht ins Bild. Es gibt schon zwei ALDIS, die ich kenne, in der Nähe und ein Discounter hat längst nicht das Sortiment, daß sich die Anwohner wünschen. Man muß auch mal Markenartikel kaufen können. Nicht nur ich lege Wert auf bestimmte Markenartikel. In dem alten Bauhaus könnte man den ALDI doch gut "verstecken" und man bräuchte nicht mal etwas "plattmachen", das Gebäude steht leer! Und wenn man in z.B. einem Minikaufhaus auch noch andere Geschäfte integriert, ist Marienfelde vielleicht noch attraktiver. Die jetzige Kreuzung lädt ansonsten nicht gerade ein.

Warum denkt man eigentlich immer an Parkplätze in erster Linie? Ich denke, die Umwelt soll entlastet werden. Nur noch schadstoffarme Autos, bald noch niedrigere Werte, die kaum noch einzuhalten sind...da ist doch eine Politik angebracht, die das Einkaufen ohne Auto forciert. Und im Nahmitzer Damm halten einige Busse. Wenn Umweltpolitik, dann richtig! Die unnötig, immer leeren Parkplätze vor dem PLUS und Penny in der Malteser Straße Höhe Friedrichsroher sind doch lächerlich. Klar, ist das Sache des Investors, aber nicht auch die der Politik?

Wenn wir weniger Autos wollen, dann mehr Parkplätze? Das paßt doch nicht! Fußläufig erreichbare, gut sortierte Läden, keine Discounter mitten in Wohngebieten, das ist das was die Stadt braucht. Dann läßt auch der eine und andere mehr sein Auto stehen und entlastet die Umwelt. So aber, was hier gerade passiert, soll noch weiter und noch mehr verpestet werden. ALDI ist nicht das, was wir hier brauchen. Und mir fehlt noch jegliche Meinung der Bewohner des Seniorenfreizeitheims...sind diese glücklich über deren Umpflanzung? Kann das alles gut sein?

Daniela Dennig, Marienfelde
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Was ist nur aus unserem schönen Marienfelde geworden?!

In Zeiten, wo Pisastudien beweisen, dass unser Bildungssystem wohl nicht richtig funktioniert , hält das Schulamt es offenbar für richtig Schulen zu schließen - und leider ist nun auch die Steinwaldschule davon betroffen. Leider muss man mal wieder sehen, dass hier die Kinder nicht im Vordergrund stehen, sondern dass es nur um Zahlen geht. Offenbar hat sich das Schulamt keine Gedanken gemacht, was das für die Kinder bedeutet und wie die Aufteilung vonstatten gehen soll. Im Gespräch war, die Kinder in die Malteserschule über zu siedeln, aber dort können nicht alle Kinder aufgenommen werden - und wie die Kids dort hinkommen sollen interessiert anscheinend auch keinen. In Zeiten, wo die Geburten zurück gehen, kann man sich nur fragen: Wer möchte da noch Kinder in die Welt setzen, wo es den Politikern doch anscheinend nur um ihre Belange geht und dabei das Volk außen vor gelassen wird, obwohl ja den Worten nach alles zum Wohle des Volkes sein soll. Bei den Aussichten hier in Marienfelde kann man es wohl keinem übel nehmen, dass schon einige Bürger den Bezirk wechseln oder ganz wegziehen. Das überlegen wir uns nun auch, denn wo ist nur das schöne Marienfelde von früher geblieben, wo man sich noch wohlfühlen konnte und Läden und Schulen vor der Tür hatte?

Familie Wilhelm, Marienfelde


Steinwald-Schule??? Ja, uns gibt es noch immer......

Wie sehr hasse ich die Fragen "Deine Kinder sind auf der Steinwald-Schule? Die gibt es noch? Ich dachte, die ist schon längst geschlossen!" Natürlich gibt es die Steinwald-Schule noch. Ein Glück, denn sie ist ein kleines Juwel in Marienfelde. Klein aber fein.

Die Schulausbildung setzt teilweise sehr hohe Ansprüche (strenge Benotung, penibles Anstreichen beim Schreiben und Verbessern usw.), doch die Strapazen lohnen sich, z. B. bedankte sich gerade der Schulleiter der Gustav-Heinemann-Gesamtschule bei unserer Schulleiterin für die gute Grundausbildung. Der letzte Jahrgangsbeste dort kam von der Steinwald-Schule. Auf Grund ihrer Größe war sie schon immer "nur" zweizügig im Grundschulbereich, dazu kommt der einzügig Sonderschulbereich. Er gibt keine Anonymität, die Lehrerinnen kennen jedes Kind, die Sekretärin begrüßt die Eltern sofort mit Namen - selbstverständlich alles auch umgekehrt. Hier wird Englisch ab der 1. Klasse gelehrt, ab der 5. Klasse können die Schüler in die Bläserklasse und erlernen während der Schulzeit ein Musikinstrument, in der 6. Klasse zum können sie zum Konfliktlotsen ausgebildet werden, wir haben gut ausgestattet Werkräume, eine große und großzügige Küche etc. etc. Es könnte alles so schööön sein....

Könnte, jedoch von Seiten des Schulamtes werden diesem Kleinod immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen! Schon seit Jahren tauchen immer wieder Gerüchte auf, dass aus der Steinwald-Schule eine Haupt- und/oder Sonderschule werden soll. Zur Zeit wird spekuliert, dass die Maria-Cohn-Schule (eine Schule für geistig und körperlich behinderte Schüler) in das Gebäude ziehen soll.

Wir Eltern wehren uns mit Händen und Füssen gegen eine Schulschließung. Immer wieder gingen wir in der Vergangenheit zu Herrn Hapel und Herrn Gapp, doch beiden sind solche Vorhaben für die Steinwald-Schule nicht bekannt.....

Nun läßt es sich nicht von der Hand weisen: Wir Berliner sterben langsam aber sicher aus. Darum wird es und kann es auf die Dauer keine vier Grundschulen in Marienfelde geben. Das ist schon klar, auch uns Eltern! Uns gehen die Kinder eigentlich im Hanielweg und Umgebung "nicht aus". In den Mietshaussiedelungen gibt es genug Nachwuchs für ständig zwei Klassen, was in einer Einfamilienhausgegend allerdings schwer bewältigen ist. Außerdem haben wir eine gute Verkehrsanbindung mit 4 - 5 Buslinien und Kinder die jeseits der Hildburghauser zu uns kommen wollen, haben es ebenfalls nicht weit.

Leider hat man sich im Bezirksamt gegen uns verschworen: Mit immer wieder eingestreuten Gerüchten (siehe oben), der Verwehrung eine Ganztagsschule in offener Betreuung zu werden und nun, da man uns nicht "klein" bekam, wurde vom Schulamt beschlossen, dass sämtlich alle Einzugskinder sich in der Kiepert-Schule anzumelden haben. Nun hat "man" es wohl geschafft!!! Angeblich hätten sich nur 9 von 40! möglichen Einschulkinder-Eltern für unsere Schule angemeldet. Leider durften wir bei der Anmeldung nicht präsent sein und konnten die neuen Eltern nicht beraten und bestärken bei ihrer Steinwald-Schulen-Wahl. Aber wir sollen diese (unglaublichen) Zahlen glauben....!!!

Nun hatten wir uns zum Ziel gesetzt, mit der Kiepert-Grundschule zu fusionieren, damit unsere Kinder menschenwürdig die Grundschulzeit absolvieren können, ohne wie beliebige Gegenstände im Bezirk verteilt zu werden. Dort wurde uns von höchster Stelle Zustimmung signalisiert. Denn diese eigentlich auch nur zweizügige Schule platzt aus allen Nähten: Hort, Kinder aus demnächst zwei Einzugsgebieten (die Musikschule mußte ausziehen und Platz schaffen), Fachräume sollen zu Klassenräumen umfunktioniert werden etc. Vielleicht wäre sogar eine zukunftsorientierte Planung auch für den Zeitraum danach möglich, z. B. ab der 5. Klasse eine bilinguale Klasse einzurichten, eine Schnelldurchläuferklasse zu installieren und eine zweite Bläserklasse pro Jahrgang zu schaffen. Davon müßte man doch als Schulleiter träumen ... dachten wir!

Die Realität sieht anders aus: Profane Vorwände wurden auf der anderen Seite gefunden, einschließlich der These, dass eine Einsatz für Lehrer an zwei Schulen (bzw. in zwei sehr nah liegenden Gebäuden) zu belastend für selbige sei... (als ob diese nach jeder Stunde das Schulgebäude wechseln müßten). Naja, wo keine Wille, da kein Gebüsch.

Wir werden den Kampf trotzdem nicht aufgeben.: Es geht um unsere Kinder und deren gute Schülergemeinschaft und Ausbildung, um unsere Schule, um unser gutes Lehrerkollegium, um unsere gute Elternschaft, um unseren Einklang im Kietz.
Wir sind es leid, wie unmündige Bürger behandelt zu werden!

Andrea Lorenz,
mit zwei Kindern betroffene Mutter, Elternvertreterin, Mitglied im Förderverein und Eltern-Initiativ-Gruppe





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