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Man muss das Unmögliche versuchen um das Mögliche zu erreichen.
 Hermann Hesse



Berlin Marienfelde - Die Heilandsweide
Die heutige Heilandsweide, Foto: Juhnke Die
Heilands-
weide



Die Sage.
Der Baum.
Die Straße.


Diese Silberweide in Marienfelde ist ein Ableger eines einst mächtigen Baumes, zu dem eine ganz besondere Geschichte gehört.


Die Sage

Es mag so gegen 1750 gewesen sein, denn Silberweiden werden selten etwa 200 Jahre alt, da kam ein wunderlicher Mann auf das Gehöft am Königsgraben. Bald nannte jeder hier diesen Schafhirten einfach nur »Heiland«, weil er stets gottgefällig gelebt haben soll und wegen seines würdevollen Auftretens mit langem Haar und prächtigem Bart dem Bild von Jesus ähnlich sah. Auch soll er heilende Kräfte besessen haben. Und er besaß nichts, was sein Eigentum war, außer seinen Kleidern und seinem langen Hütestab aus Weide.

Der erste, realistischere, Ausklang der Sage lautet, dass dieser »Heiland« eines Tages einem Schaf zur Hilfe eilte, welches unweit der Marienfelder Allee im Sumpf versank. Als man nach ihm suchte, fand man nur seinen Weidenstab, der tief im Morast am Rande des Königsgrabens steckte. Dieser Weidenstock soll im darauf folgenden Frühjahr ausgeschlagen haben, und die Leute gaben diesem Baum im Andenken an den wundersamen Schäfer den Namen »Heilandsweide«.

Ein zweites Ende der Sage ist weit romantischer, wenn auch kaum weniger traurig: Als nun der Gutsherr seine Tochter verheiratet hatte und den Hof seinem Schwiegersohn übergab, schickte dieser Schwiegersohn den wundersamen Schäfer einfach fort. Die junge Bauersfrau aber blickte dem alten »Heiland« noch hinterher, wie dieser traurig von dannen zog, und beobachtete, wie er seinen Hirtenstab am Rande des Königsgrabens in die Erde stieß, bevor er endgültig verschwand. Im nächsten Frühjahr sah die junge Bäuerin, dass der Stab zur knospenden Weide wurde, und sie nannte diese ihre »Heilandsweide«.

Der alte und der neue Baum

Tatsache ist, dass am ehemaligen Königsgraben in Marienfelde, einem vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1620 - 1688) angelegten Entwässerungsgraben, eine ungewöhnlich prächtige Silberweide von seltenem Alter wuchs. Diese Weide wurde bereits 1927 als Naturdenkmal geschützt, sie besaß einen Stammumfang von sechseinhalb Metern und galt als der dickste Baum Berlins.

Aber um 1950 betrug das Alter des Baumes bereits rund 200 Jahre, der Stamm war schon hohl und nicht mehr zu retten. Da wurde 1952 ganz in der Nähe der alten »Heilandsweide« eine neue, junge Silberweide gepflanzt, die man aus einem Ableger der alten Weide gezogen hatte.

Ein gutes Jahr später, am 1. November 1953, wurde die bisher »Königsgraben« genannte Straße nach eben dieser alten Silberweide »An der Heilandsweide« benannt. Und 1956 erst wurde dann endgültig der alte, morsche Baum gefällt.

Die Straße
Straßenschild, Foto: Juhnke
Die Straße »An der Heilandsweide« geht in Höhe des Hanielwegs von der Marienfelder Allee ab Richtung Osten und mündet dort in die Wehnertstraße. Doch nur das erste Stück, mit den ersten acht Hausnummern, ist befahrbar, der Rest verläuft wie ein Parkweg durch eine Anlage in einem Naturschutzgebiet, an den gleichnamigen Tennisplätzen "An der Heilandsweide" vorbei.

Wo aber steht der heutige Baum? Auch, wenn Martin Frech eine Weide, die tatsächlich ebenfalls entlang der Straße An der Heilandsweide bis 2007 zu finden war, sogar als interaktives Panoramabild dargestellt hat: Die heutige Heilandsweide, und damit der Nachfahre des sagenumwobenen Baumes, steht schlicht am Straßenrand neben dem Edeka. Denn es wird in den historischen Unterlagen - zum Beispiel in der Berlingeschichte unter Bezirke und Straßennamen (hier direkt) - übereinstimmend berichtet, dass die alte Weide etwa 60 m von der Marienfelder Allee entfernt stand - und die neue Weide "ganz in der Nähe" gepflanzt wurde. Dies stimmt auch mit den Erzählungen von Joachim Scharping überein, der am Marienfelder Dorfanger aufwuchs und in seiner Kindheit im hohlen Stamm der alten Silberweide spielte. Er wisse auch genau, dass die neue Weide "daneben" in der Nähe der Marienfelder Allee ein "echter Ableger" der alten Silberweide sei.

Da steht also der Nachkomme eines sagenumwobenen Naturdenkmals direkt vor unseren Augen am Straßenrand, direkt vor dem Grundstück An der Heilandsweide 3. Und nur, wer um das Geheimnis von einst weiß, der versteht auch den Sinn dieses Straßennamens.


Alte Heilandsweide, Foto: Fabarius




Die alte, ursprüngliche Heilandsweide, fotografiert am 4. März 1952 zum Zeitpunkt der Straßenbauarbeiten, mit denen aus dem noch unbefestigten Weg "Königsgraben" die heutige Straße "An der Heilandsweide" wurde.
Foto: Archiv Hans-Werner Fabarius.




Berlin Marienfelde - Schönes Marienfelde rechts
Wappen von Marienfelde, Historisches Archiv Historisches Wappen von Marienfelde


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Der Freizeitpark

Das Semperlux-Leuchten-Museum

Privates Museum für Tierkunde Berlin (PMTB)

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 Der Minigolfplatz

 Die Teddy-Oma



Absolut Lesenswertes:
Buchtitel, H.-W. Fabarius
Marienfelde vom Dorf zum Stadtteil Berlins, von H.-W. Fabarius, erhältlich im ev. Pfarrhaus Nähe Dorfkirche oder bei Bauer Lehmann.