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Man muss das Unmögliche versuchen um das Mögliche zu erreichen.
 Hermann Hesse




Nachgewiesen in Marienfelde am 27.02.2008:
Die Knoblauchkröte
Knoblauchkröten, Foto: Lindner
Pelobates fuscus
Stiller Grenzgänger zwischen Frosch und Kröte


Kennzeichen

Die Knoblauchkröte hat eine Körperlänge von 5-7 cm (Weibchen bis 8 cm). Als einziger einheimischer Vertreter der Krötenfrösche besitzt sie sowohl Merkmale von Kröten als auch von Fröschen. Sie hat wie Kröten einen plumpen Rumpf und bewegt sich wandernd fort. Jedoch ist ihre Haut fast glatt und ihr Gesichtsfeld ähnlich dem eines Frosches. Eine Besonderheit sind ihre senkrechten Pupillen ("Katzenaugen"). Markant ist auch der Scheitelhöcker, ein Buckel zwischen den Augen. Der Körper ist hellbraun (Männchen) bzw. hellgrau (Weibchen) grundiert mit großen dunklen Flecken und kleinen roten Punkten. Nachweis, Foto: Lindner

Vorkommen

Ursprünglich aus der Waldsteppe Sibiriens stammend, hat sich die Knoblauchkröte über die menschengemachte Kulturlandschaft bis nach Nordwestfrankreich ausgebreitet, lebt aber hauptsächlich in Mittel- und Osteuropa. Sie besiedelt ausschließlich das Flachland und Flussebenen. Ihre Vorliebe für leicht grabbare Böden führt sie mitunter auf Äcker und in Parks unserer Gegend. Zudem bevorzugt sie als Laichgewässer tiefe Teiche, Tümpel und Gruben und laicht nie in Kleinstgewässern.

Biologie

Recht früh, sobald die Temperaturen konstant über 4°C liegen (März) verlässt die Knoblauchkröte ihr Winterquartier, das sie im vorangegangen Oktober bezogen hatte. Im äußerst nahe gelegenen Laichgewässer kommt es zur Paarung (April-Mai). Dabei sucht sich das Weibchen aktiv ein Männchen, dessen unter Wasser ausgestoßener Paarungsruf ("wock-wock-wock") für den Außenstehenden kaum vernehmbar ist.

Im Gegensatz zu Fröschen scheidet das Weibchen Ei-Schnüre aus, die aber dick und kurz sind und sich somit von denen der Kröten unterscheiden. Schon im Verlauf einer Woche schlüpfen aus den durchschnittlich gut 2000 Eiern Larven. Mit mindestens 8cm sind dies die größten europäischen Amphibienlarven. Riesenlarven bis zu 22 cm werden häufig mit Fischen verwechselt. Die Jungtiere sind nach der Metamorphose (2-4 Monate) aber nur 3 cm groß.

Würmer, Schnecken und besonders Laufkäfer werden von der Knoblauchkröte mit Vorliebe verspeist.

Knoblauchkröten, Foto: Lindner Wissenswertes

Sollte die nachtaktive Knoblauchkröte doch einmal angegriffen werden ist sie ein Verteidigungskünstler. Sie kann sich in kürzester Zeit bis zu 1 Meter tief eingraben. Gelingt dies einmal nicht, bläht und stellt sie sich auf. Gegner, die sich davon nicht beeindrucken lassen werden angesprungen, gebissen oder mit einem übel riechenden Exkret bespritzt, das der Knoblauchkröte ihren Namen verleiht.

Gefahren

Auch wenn die Knoblauchkröte ihr viele Lebensräume verdankt, ist die intensive Landwirtschaft mit ihren Geräten und Chemikalien zugleich ihre größte Bedrohung. Eingegrabene Tiere werden z.B. durch den Pflug getötet und Laichgewässer durch Chemikalieneintrag oder Trockenlegung zerstört. Flussbegradigungen und das Zerschneiden der Wanderwege der Knoblauchkröte durch Straßenbau verhindern zudem ihre Ausbreitung.

Schutzmaßnahmen

Wir können den Potenziellen Lebensraum der Knoblauchkröte optimieren, indem wir steppenartiges Ödland erhalten und Laichgewässer sichern, pflegen oder anlegen und vor allem besser miteinander vernetzen/verbinden.

In Berlin und der Bundesrepublik steht die Knoblauchkröte als "stark gefährdet" auf der Roten Liste. Die Bundesartenschutzverordnung weist sie als "besonders geschützt" aus. Auf europäischer Ebene ist sie nach Anhang IV der FFH-Richtlinie streng geschützt.

Die Knoblauchkröte war "Lurch des Jahres" (2007).

Ausarbeitung + Fotos: FÖJ Denny Trommler, NaturRanger Björn Lindner

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Wohnhaus in Marienfelde, Foto: Juhnke


Einstöckige Siedlungshäuser, Foto: Juhnke


Doppelhaus, Foto: Juhnke


Wohnhäuser, Foto: Juhnke


Kindergarten, Foto: Juhnke