Man muss das Unmögliche versuchen um
das Mögliche zu erreichen. Hermann Hesse
Berlin Marienfelde - Fakten zum Nachdenken - zu Spielsucht und gegen die Mega-Spielhalle in Marienfelde
Fakten, die nachdenklich stimmen...
Drei Zitronen verdienen
bei Spielerschutz und
Spielsuchtprävention:
Die Bundesrepublik.
Das Land Berlin.
Und der Bezirk
Tempelhof-Schöneberg.
Ca. 80 Prozent der Glücksspielsüchtigen in Spieler-Selbsthilfe- gruppen kommen wegen des Spielens an Automaten.
Wie aber können "Unterhaltungsautomaten", die angeblich überhaupt nichts mit Glücksspiel zu tun haben, das führende Suchtmittel für Spielsüchtige sein?
Wussten Sie, dass die Spielautomaten-Branche 2006 bereits etwa 85 Prozent des Umsatzes von Toto und Lotto erreicht hatte - und vielleicht in Kürze schon mehr als Toto und Lotto umsetzt?
Wenn jedoch 86 Prozent der Deutschen über 14 niemals eine Spielhalle besucht haben und niemals besuchen werden, so drängt sich selbst nach Betrachtung des Automatenspiels in Gaststätten der Gedanke auf: Ein nur sehr kleiner Teil der Bevölkerung verliert an den Spielautomaten fast ebenso viel wie all die Leute, die samstags im Lottoladen Schlange stehen.
Nach einer Studie der Universität Bremen stammen ca. 40 Prozent der Einsätze an Glücksspielautomaten von Personen mit einem problematischen Spielverhalten.
Das wirft die Frage auf: Weshalb wird dieser Bereich nicht besser reguliert, wie es die Pflicht des Staates ist? Hat das etwa mit den vielfältigen Lobby-Aktivitäten der Automatenwirtschaft auf der politischen Bühne zu tun?
Mindestens eine Viertelmillion unserer Mitbürger sind pathologische (= krankhafte) Glücksspieler.
Manche Schätzungen gehen sogar schon deutlich über 400.000 suchtkranke Spieler hinaus - plus Dunkelziffer. Einer der Gründe, weshalb es noch sehr viel mehr sein könnten, ist die Tatsache, dass Spielsüchtige oft mehrfach abhängig sind. Nicht vergessen werden darf, dass auf jeden Betroffenen im Schnitt etwa 2 bis 4 Mitbetroffene aus dem Familienkreis kommen, die erheblich mitleiden und ebenfalls Hilfe brauchen.
Allein in Tempelhof-Schöneberg sollen zurzeit etwa 15 Bauanträge für neue Spielhallen vorliegen.
Und andere Bezirke Berlins bestätigen, dass nach ihren Kenntnissen ein wahrer Boom von Spielhallen vorliegt. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass die Automatenbranche mit dieser Offensive jene Spieler "einfangen" will, die anderen verloren gehen, die sich an die Regeln des Glücksspiel-Staatsvertrages halten, also Toto und Lotto, Lotterien, Wetten, Spielbanken...
Die Automatenbranche behauptet immer, sie würde sich ja selbst beschränken.
Liegt nicht schon in der Notwendigkeit dieser Beschränkung ein Eingeständnis, dass ihre "Unterhaltungsautomaten mit Gewinnmöglichkeit" in Wirklichkeit doch Glücksspielgeräte sind? Natürlich locken Automaten auch nicht mit "einer Million Hauptgewinn oder Jackpot". Jedoch scheint die Gewinnchance von 500 Euro pro Stunde bestens als Anreiz zu funktionieren. Dem gegenüber stehen aber 80 Euro Verlustchance pro Stunde - und in Spielhallen spielen viele gleichzeitig an mehreren Geräten.
Ist die Hoffnung auf drei Zitronen in einer Reihe - bei weniger als
5 Sekunden Spieldauer - wie behauptet Unterhaltung? Oder aber die für Glücksspiel typische Hoffnung auf einen Gewinn?
Auch lassen viele Glücksspiele dem Spieler mehr geistigen Freiraum: Während er sich bei Automaten sofort nach dem Einsatz, ohne Pause, auf den Gewinn bzw. die nächste Chance konzentriert, kann er z.B. zwischen Abgabe des Lottoscheins und der Ziehung noch viele völlig andere Dinge denken und machen.
Wer also will da schon eine Mega-Glücksspiel-Automaten-Halle?
Berlin Marienfelde - Titel rechts
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