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jedoch ohne Gewähr.




Man muss das Unmögliche versuchen um das Mögliche zu erreichen.
 Hermann Hesse



Berlin Marienfelde - Download Aktionsmittel gegen die Mega-Spielhalle in Marienfelde
Offener Brief
gegen die geplante Mega-Spielhalle
Nähe S-Bahnhof Buckower Chaussee


An Klaus Wowereit,
die Initiative Hauptstadt,
und an alle, die uns Berliner Bürgerinnen und Bürgern gegen eine Schwemme von Mega-Spielhallen helfen wollen...
Einsamkeit, Foto: Juhnke Lässt die Politik die Bürger einsam allein?

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind eine Bürgerinitiative, die Initiative Berlin-Marienfelde, und wir setzen uns ganz speziell für unseren Kiez ein. Wir haben ein offenes Ohr für jegliche Probleme der Menschen und helfen und unterstützen uns gemeinsam. Wir formierten uns, als man eine einzigartige Minigolf-Sportstätte (mit Meistertiteln nur so besetzt!) und das halbe Grundstück eines Seniorenfreizeitheims einem Discounter opfern wollte.

Massiver Bürgerprotest, über 3.000 Unterschriften und vor allem sinnvollere Einkaufslösungen überzeugten. Inzwischen hat der Miniaturgolfverein das Gelände sogar kaufen können. Der Alte Bauhaus-Leerstand ist erfolgreich mit unserem Engagement wiederbelebt worden und beinhaltet nun ein großes Schuhcenter, das super angenommen wird und einen Kaiser´s Einkaufsladen. Weiter oben baut demnächst Edeka, das schon zerfallene, alte Gebäude, wo Jugendliche herumturnten, ist bereits abgerissen.

Wir unterstützen Neubelegungen der Geschäfte mit Ideen, sorgen uns um Dorfteiche, helfen bei Kinderprojekten, fördern Naturschutz, machen auf Mißstände aufmerksam... Unsere Treffen sind immer gut besucht in wunderschönem Ambiente des alten Dorfkerns Alt-Marienfelde im Haus der Ideen bei Kaffee und Kuchen und einmal im Monat sitzen wir noch ungezwungener für einen Plausch an unserem Stammtisch in der Alten Dorfaue.

Jetzt das Problem:

Umso unverständlicher ist es für uns alle nun, daß "von oben" dem Bezirk nun etwas verpaßt wird, was so gar nicht in ein freundliches Ambiente paßt und vielen Angst macht. Eine riesige Automaten-Spielhalle!

Angeblich kann man da nichts machen und die Genehmigung muß man geben. Fragt sich nur, warum die überhaupt fragen müssen, wenn eh alles genehmigt werden muß. Wer hat sowas festgelegt? Aber irgend jemand muß doch die Verantwortung tragen, aber wer? Niemand? Die Spielhallen können sich in der Stadt massiv verbreiten, wir sprechen von Seuche, ohne dass scheinbar jemand etwas dagegen unternehmen kann oder will.

Ja, nicht einmal informiert wird man, auch nicht die Presse, alles muß man aus der Nase ziehen, oder hintenrum erfahren. Bei uns erfuhr sogar das Unternehmensnetzwerk, das mit EU-Steuergeldern für schöne Arbeitsplätze sorgen soll, erst durch unsere Bürgerinitiative, dass hier schon mal vorab eine Mega-Spielhalle in ihrem Gebiet genehmigt wurde. Das ist doch kein Zustand!

Spielhallen führen zur Sucht, vier von fünf Leuten in Spieler-Selbsthilfegruppen kommen wegen des Automatenspiels. In Spielhallen sitzen viele Leute nicht nur an einem Automaten, sondern bedienen gleich mehrere, in der Absicht, dass doch einer wenigstens gewinnbringend ist. Notfalls sitzen sie stundenlang davor, bis der gewünschte Effekt endlich eintritt. Andere kommen nicht davon los, weil die Einsamkeit zuhause sie umbringt. Spielen und Geld reinstecken ohne Ende. Aber am Ende verliert man eh immer gegen den Automaten. Gewinnen kann nur der Betreiber. Und zwar so viel, daß die Hallen einen Riesenprofit erwirtschaften. Unser Geld, was dann in der Gemeinschaft fehlt, was Familien schwer belastet, was widerum zur Kinderarmut führt, Geschäftsschließungen wegen mangelnder Kaufkraft - die Kette ist hier endlos...

Ich mag ein klein wenig übertreiben, oder doch nicht? Aber gut tut es der Gesellschaft keinesfalls, eine Spielhalle in der Nachbarschaft zu haben, am Schulweg, gegenüber von Bahnhof und Einkauf, man kann auch ganz leicht eine Mega-Spielhalle nur ein paar Meter neben Jugendlichen mit der Wodkaflasche und Drogentütchen genehmigt bekommen, klappt immer mit dem vorhandenen und angeblich zwingenden Baurecht.

Warum denn lässt man arglos dies zu? Tut so, als wäre man machtlos? Oder ist der Staat wirklich machtlos? Ist das Land Berlin machtlos? Haben uns diese Betreiber in der Hand? Sind wir nur deren Marionetten? Profitiert der Staat hintenrum davon? Dann ist er aber blind, oder blöd, denn langfristig leidet die Infrastruktur enorm, und damit auch wieder seine Steuereinnahmen, für die er sich jetzt einwickeln lässt.

Ach, und wie konnte es auch passieren, daß die Automatenbranche sich dem Glücksspiel- Staatsvertrag entziehen konnte? Fragen über Fragen. Auf eine vernünftige Antwort, außer "Wir können nicht anders" oder "Wir handeln im Sinne des Gesetzes" warten wir heute noch.

Warum gilt Lotto z.B., das zwischen den jeweiligen Ausfüllungen der Scheine und der Ziehung zwangsweise eine Pause mit sich bringt, wo man nicht an Lotto denkt, als suchtgefährdend und unterliegt streng dem Glücksspiel-Staatsvertrag? Hierzulande dürfen die Lotto-Annahmestellen sogar kein Spielzeug mehr parallel verkaufen und gehen daran kaputt, denn gerade die Vielfältigkeit des Angebots machte die Läden interessant. Zeitungen, Spielwaren, Zeitungswaren, Schulbedarf, Geschenke, jetzt alles nicht mehr unter einen Hut zu bringen? Hier werden Insolvenzen förmlich herbeigerufen.

Aber Spielhallen können anscheinend machen was sie wollen? Die aggressive Werbung mit Leuchtschrift, womöglich noch blinkend, soll den Kindern auf der Straße keinen Appetit machen, später auch hineingehen zu wollen? Oder zusehen, wie Papa oder Mama zerschlagen und pleite aus der Halle kommen und dann denken: "Wenn ich groß bin, komm ich da aber mit viel Geld raus, man muß nur richtig spielen".

Gibt ja auch Tage, wo der Papa mit Scheinchen scheinbar glücklich winkt, vergessen sind die Tage, wo er nur Geld daließ. Und wer paßt überhaupt auf, dass nicht doch die 16 oder 17 jährigen sich Zugang verschaffen? Das überlastete Ordnungsamt? Das bleibt an uns hängen! Und ob!! Wer achtet darauf, daß die Verluste möglichst gering bleiben bei dem einzelnen? Wer therapiert ihn, wenn er nicht mehr loskommt? Schon wieder Fragen über Fragen.

Wir laufen Sturm gegen diese hier geplante Mega-Halle, werden aber gleichzeitig indirekt gegen jede gedachte Spielhalle in dieser Stadt kämpfen, indem wir genau auf diesen Glücksspiel-Staatsvertrag pochen und vielleicht den einen oder anderen wachrütteln, damit er sieht, welch Stumpfsinn sich in unserer Stadt breit macht, statt sinnvollere Einrichtungen zu unterstützen und zu fördern.

Ich habe persönlich den Eindruck, daß Geld hier wieder einmal Macht bedeutet, denn mögliche sehr interessierte Investoren schreckten sofort zurück, als sie hörten, wer sich für das Grundstück interessiert. Geld statt Sinn. Gier war noch nie eine Zier. Unsere ach so gelobte Hauptstadt braucht scheinbar keine Zier, sie läßt den Geiern freie Flugbahn, die Stadt zu verschandeln und herunterzuwirtschaften.

Allein in Tempelhof-Schöneberg sollen 15 solche nicht abzuweisende Bauanträge vorliegen. Ergo 15 neue Spielhallen. Der Einzelhandel wird dies irgendwann zu spüren bekommen, wenn die Leute kein Geld mehr haben. Dürfen wir da alle einfach zusehen? Was sagt Herr Wowereit dazu? Arm aber sexy? Bitte nicht noch ärmer, das haut nicht hin, dann geht die Attraktivität flöten bei zuviel Armut und dann ist nichts mehr sexy! Dann ist nichts mehr schön....

Daniela Dennig
Hausfrau und Mutter
Initiative Berlin-Marienfelde




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Nächstes Treffen unserer Initiative: Samstag, 27.03.10 um 15:00 Uhr im "Landhaus Marien-
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