Dezember 2005: Der Edeka-Markt Marienfelder Allee / An der Heilandsweide schließt. Einerseits kam das Ende aufgrund zahlreicher Dementis überraschend. Andererseits hatte der Eigentümer aus Alters- und Gesundheitsgründen den Markt qualitativ schon lange "heruntergefahren" und behördliche Auflagen nicht mehr erfüllt.
Bald darauf kommen Gerüchte auf zur bevorstehenden Schließung auch der beiden übrigen Supermärkte an der oberen Marienfelder Allee (Plus und Kaiser's).
Das bauhaus an der Marienfelder Allee wird aufgrund des Neubaus am Nahmitzer Damm dicht gemacht. Die Behörden von Tempelhof-Schöneberg verweigern anschließend dort die Errichtung eines Lebensmittel-Marktes über 800 qm Fläche, wie sie ein "Vollsortimenter" benötigt. (Im Gegensatz zu einem Discounter, der mit 800 qm auskommt).
Im Süden will ALDI vom Standort Marienfelder Tor auf das ehemalige Kita-Gelände an der Ahrensdorfer Straße vorrücken.
Mitte Oktober 2006 schreibt der Initiator dieser Homepage, Jürgen Juhnke, einen mehrseitigen Brief an die großen Supermarkt-Konzerne, die Berliner Senatorin für Stadtentwicklung, den Bezirksbürgermeister und die Fraktionen in Tempelhof-Schöneberg sowie an einige Zeitungsredaktionen. Darin wird die drohende Situation dargelegt und zum Handeln aufgefordert.
Es kommen Kontakte mit den Standortmanagern des Rewe-Konzerns und der Kaiser's Tengelmann Gruppe (zu der auch die Plus Märkte gehören) zu Stande, ebenso mit der CDU und Bündnis 90/Die Grünen in Tempelhof-Schöneberg. Die Redaktion der Berliner Zeitung verfolgt ab sofort aufmerksam das Geschehen.
Die Schließung des "kleinen" Kaiser's in der Marienfelder Allee angeblich zum Jahresende 2006 wird vom zuständigen Standortmanager dementiert.
Anfang November 2006: Das Büro der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin antwortet im Auftrag der Senatorin Frau Junge-Reyer und verweist "wegen der ortsspezifischen Situation" an das Stadtplanungsamt des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg.
November 2006: Der Plus Markt in der Marienfelder Allee schließt und zieht in einen Neubau an der Malteserstraße. Damit reihen sich in der Malteserstraße Kaiser's, Lidl, Plus und Penny auf, fernab und zu Fuß praktisch unerreichbar für die Bürger im nördlichen Marienfelder Kiez. Darüber hinaus ist von einem geplanten weiteren, fünften Markt die Rede sowie von einer Verlegung des Kaiser's in der Malteserstraße. Man muss sich schon fragen, ob sich die Konkurrenz der Supermärkte in der Malteser trägt, fernab von den eigentlichen Kunden in Marienfelde und ohne weitere Infrastruktur, inmitten Industriegelände, Autohandel, Gärtnerei, Friedhof usw.
Dezember 2006: Der Kaiser's Standortmanager dementiert erneut einen Schließungstermin des letzten Marktes an der Marienfelder Allee, diesmal zum 31. März 2007.
Januar 2007: Jürgen Juhnke als aktiver Marienfelder Bürger und Frau Möllmann (Ursus Apotheke) als Vertreterin für die Geschäftsleute entlang der nördlichen Marienfelder Allee haben Gelegenheit, das Problem in einer Ausschusssitzung der Grünen-Fraktion detailliert vorzutragen und zu diskutieren. Mit positivem Eindruck.
Im Januar wird durch die Presse bekannt, dass ein Investor für ALDI den Minigolfplatz im Hanielweg kaufen will. Anschließend soll das Grundstück mit jenem der Seniorenfreizeit getauscht werden - ALDI will also auf die Ecke an der Marienfelder Allee, auf dem Minigolfgelände wird dafür ein neues Freizeitheim für Senioren gebaut. Ein Plan, der nicht nur den eigentlich schützenswerten Minigolfplatz zerstört und die Grundlage für einen Marienfelder Verein, sondern auch noch wertvolle Vogelhecken auf dem Seniorenfreizeit-Gelände.
Auch der jüngste Schließungstermin für den Kaiser's Markt Höhe Hranitzkystraße, jetzt Mai 2007, wird vom Standortmanager dementiert. Am selben Tag wird bekannt, dass kurzfristig neben dem bereits neuen Plus-Markt in der Malteserstraße ein neuer riesiger Kaiser's Einkaufsmarkt entstehen wird, für den auch der bestehende Kaiser's in der unteren Malteserstraße geschlossen wird.
Gleichzeitig werden unbestätigte Gerüchte laut, dass das Gebäude des "kleinen" Kaiser's an der Marienfelder Allee abgerissen und einem mehrstöckigen Neubau weichen soll.
Ebenfalls als unbestätigtes Gerücht: Bei dem geplanten fünften Markt in der "Perlenkette" an der Malteserstraße soll es sich um eine offenbar zurückgezogene Planung von Reichelt auf dem Gelände der Gärtnerei gehandelt haben.
In die Räume des ehemaligen Plus-Marktes soll hochstwahrscheinlich ein Getränke-Hoffmann einziehen.
Jürgen Juhnke reicht die Thematik der zusammenbrechenden Nahversorgung bei der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg mit der Bitte um Behandlung bei der Einwohnerfragestunde ein.
Außerdem beginnt Jürgen Juhnke mit der Entwicklung dieser Homepage, damit sich alle Bürger im Kiez aktuell informieren können und Mut fassen, auch etwas gegen die Nahversorgungs-Misere zu unternehmen. Sowie ebenfalls dafür, dass sich Verantwortliche der Supermarkt-Konzerne und Liegenschaften und auch aus Politik und Verwaltung ein Bild der akuten Situation mit dringendem Handlungsbedarf machen können.
Die Fragen zum Thema werden doch nicht zur Einwohnerfragestunde zugelassen. Sie sollen jedoch von Herrn Stadtrat Krömer schriftlich beantwortet werden.
In der Berliner Woche vom 17. Januar 2007 erscheint ein Leserbrief "Ladensterben droht" von Frau Anke Hamann.
Es ist jetzt sicher: In der Marienfelder Allee 79 (ehem. Plus Markt) eröffnet im Februar ein Getränke Hoffmann.
Nicht wie erwartet ALDI zieht auf das ehemalige Kita-Gelände an der Ahrensdorfer Straße - hier steht jetzt ein Bauschild von Lidl.
Super 2000 (gehört zu Edeka) und die Edeka Pressestelle lassen nichts erkennen, was auf eine neue Verwertung Edeka-Ruine bzw. des Grundstücks hindeutet..
Die Grauen signalisieren Sympathien mit den Zielen unserer Initiative und starten eine Große Anfrage im Rathaus zum Thema Minigolfplatz.
Bezirksbürgermeister Ekkehard Band beantwortet die zur Einwohnerfragestunde eingereichten Fragen per Brief. Mit teils unakzeptablen Aussagen. Lieber kein Kommentar.
Vertreter der CDU kommen vor Ort in den Kiez zu einer ausführlichen Durchsprache von Verbesserungs-Möglichkeiten der Nahversorgung.
Nächste Überraschung der sich belauernden Markt-Konzerne: Statt des geplanten großen Kaiser's in der Malteser direkt neben dem neuen Plus wird dort in Kürze Rewe ein Bauschild aufstellen!!! Der bisherige Kaiser's in der Malteserstraße neben Lidl wird dennoch verschwinden - und auch die Zukunft des (weil zu kleinen) Kaiser's in der Marienfelder Allee bleibt zweifelhaft.
Der ALDI in der Südmeile hat zum 30. 06. 2007 gekündigt.
Mehrere Mitstreiter/innen schreiben ebenfalls Mails oder Briefe an die Bezirksverordnetenversammlung und die Fraktionen. Außerdem wird von Mitbürgern vielfach die Bereitschaft signalisiert, sich aktiv einzusetzen.
Jürgen Juhnke lädt daher zu einem ersten Treffen der Initiative Berlin-Marienfelde am 24. Februar ein.
Der "kleine" Kaiser's Ecke Hranitzkystraße bleibt vorerst doch weiter bestehen. Das wird "für ein weiteres Geschäftsjahr" zugesichert, also zumindest bis Ende März 2008.
Am 24. Februar 2007 gründen 33 Bürger die Initiative Berlin-Marienfelde. Nur wenige Minuten nach der Gründung wird einstimmig eine Unterschriften-Aktion gegen den vernichtenden Kauf des Minigolf-Geländes durch einen Discounter mit angeblichem "Tausch" gegen das Grundstück des Seniorenfreizeitheims beschlossen.
Am Abend des 28. Februar 2007 wird die Unterschriften-Sammlung gestartet.
Am 16. März sind 1.000 Unterschriften überschritten.
Am 21. März wird nicht nur eine Einwohnerfrage der Initiative bei der BVV-Sitzung gestellt. In dieser Sitzung wird auch die einst abgelehnte Erweiterung und Modernisierung der Südmeile vom Bezirk endlich genehmigt. Der Besitzer der Südmeile hat zuvor mit unserer Initiative ein Konzept abgestimmt, das zusätzlich zu einem Kaufland mehr als ein Dutzend kleinerer Läden für einen umfassenden Einkauf bietet und somit auch für die Anwohner aus den Regionen Wehnert- und Mauserstraße zu Fuß attraktiv wird.
Am 26. März sind es bereits mehr als 1.900 Unterschriften. Und dies bereits allein aus unserem Kiez. Denn Sammelbögen von anderen Minigolfvereinen usw. sind noch nicht dabei.
Der BVV-Wirtschaftsausschuss stellt seine Sitzung unter das Thema Nahversorgung in Marienfelde und kommt am 27. März 2007 in der Steinwaldschule zusammen.
Edeka verkündet dem Wirtschaftsausschuss die "intensive Prüfung" einer Wiederkehr an die Marienfelder Allee.
Am 2. April 2007 wird »Harry hilft« von TV Berlin ausgestrahlt.
Beim zweiten Treffen der Initiative Berlin-Marienfelde wird die Möglichkeit eines Wochenmarktes angedacht und in den nächsten Tagen mit Bürgern und Geschäftsleuten diskutiert.
Ostern ist Sammelschluss für die Unterschriften.
Am 11. April übergibt die Initiative Berlin-Marienfelde im Beisein des Minigolf-Vorstands sowie Vertretern der Presse 3.150 Unterschriften an Bürgermeister Band.
Wenige Stunden später berichtet die rbb Abendschau.
Am 14. April verschickt die Initiative Briefe mit Argumenten zur Unterschriftenaktion an die Senatsbüros für Wirtschaft, Finanzen, Statdtplanung, Inneres und Sport sowie an dern Liegenschaftsfonds.
Der für den 18. April geplante Verkauf der Liegenschaft Hanielweg 3-5 (Minigolfplatz) fand nicht statt.
In der Bezirksverordnetenversammlung vom 25. April wurde offiziell verkündet: Edeka baut wieder auf dem alten Grundstück. Und der Minigolfverein wird wohl am 16. Mai durch Beschluss des Steuerungsausschusses seinen Platz selber erwerben können - und somit bleiben. Der Investor bzw. Discounter sind aus dem Rennen.
Zwei Läden an der Marienfelder Allee schließen: Der neue Obst- und Gemüseladen südlich Hranitzkystraße sowie der Elektrogeräte-Handel Horesta.
Am 16. Mai 2007 erhält der Minigolfverein den Zuschlag zum Kauf des von ihm genutzten Grundstücks im Hanielweg.
Der von unserer Initiative unterstützte Wochenmarkt-Antrag wurde im Bezirksamt "einstimmig beschlossene Sache".
Zweieinhalb Monate nach dem Antrag hat das zuständige Amt den Wochenmarkt noch immer nicht genehmigt! Damit disqualifiziert sich Tempelhof-Schöneberg als Wirtschaftsstandort.
Endlich, am 14. August 2007 startet der Wochenmarkt. Brot und Fisch sind spontan ausverkauft.
Für das Alte Bauhaus werden neue Konzepte entwickelt. In knapp der Hälfte des Gebäudes, mit Schaufenstern zum Nahmitzer Damm hin, wird ein Siemes Schuhcenter entstehen. Umbau-Beginn Januar 2008.
Der Senat blockiert weiterhin die Wiederbelebung der Südmeile, obwohl wir deutlich machen, dass hier auch ein Nahversorgungs-Defizit für bis zu 7.000 Einwohner (inkl. nördl. Lichtenrade) besteht.
Der Wochenmarkt schwächelt. Keine Kontinuität durch den Betreiber, es begreifen aber auch zu wenige Marienfelder, dass ein Markt nur "schön" sein kann, wenn auch viele hingehen und kaufen.
Anfang November 2007 öffnet der Kaiser's Ecke Hranitzkystraße nach Umbau weit attraktiver mit neuem Konzept. Damit schein ein "Pfeiler" für den Naheinkauf an der Marienfelder Allee längerfristig gesichert.
Seit 16. November ist wieder ein Fischstand auf dem Markt, der sich - im Kleinformat - zu stabilisieren scheint.
Aber erst der nächste (vierte!) Fischhändler, der im Januar 2008 kommt, bringt eine Wende. Nach einer Winterpause wollen einige Händler im März wiederkommen.
Der Eigentümer des Alten Bauhauses und die Initiative verhindern, dass "Billigheimer" wie Fussboden-Discounter oder Innova in das Objekt einziehen, die weder zum historischen Ortskern noch zu den traditionellen Geschäften an der Marienfelder Allee passen.
Rewe baut an der Malteserstraße / Ecke Friedrichsrodaer neben Plus.
Die Südmeile gerät erneut ins Visier der Presse. Doch weder Abendschau noch Berliner Woche, weder Bürgermeister Band noch unsere Initiative können etwas gegen die Sturheit des Senats ausrichten.
Edeka bestätigt Ende Februar 2008 zum wiederholten Male, dass ein neuer Markt gebaut wird und nur die schwierigen Planungen bei der geringen Grundstücksgröße dies bisher verzögert haben. Jetzt plant man die Neueröffnung für Herbst 2008.
An der Malteserstraße wird die Gärtnerei gerodet. Der ehemalige Eigentümer und das Bauamt bestätigen "unter der Hand", dass Penny als jetzt Letzter in der Supermarkt-Perlenkette dort, weiter vorne, bauen will.
Am 5. März 2008 beginnt das Siemes Schuhcenter mit seinem Umbau im Alten Bauhaus.
Am 20. März 2008 (Gründonnerstag) geht beim Bauamt der Bauantrag für den neuen Edeka ein.
An der Malteserstraße steht auf dem ehemaligen Gärtnerei-Gelände ein Bauschild, dass hier tatsächlich Penny baut. Auch das Haus auf dem Eckgrundstück wird abgerissen - jedoch gibt es Zweifel, dass hier, wie es heißt, MacDonalds bauen will.
Am 22. April 2008 wurde nach nur anderthalb Monaten Bauzeit wurde das Siemes Schuhcenter im ehemaligen "Bauhaus" eröffnet.
Am 29. Mai 2008 eröffnet auch MEMA im Alten Bauhaus.
Kurz danach beginnen die im Nachbarhaus ansässigen Orthopäden, den Bereich zwischen MEMA und Siemes Schuhcenter zu einem Therapiezentrum umzubauen.
Am 12. Juni 2008 eröffnet REWE an der Maltesserstraße einen vom Konzept her vorbildlichen Supermarkt mit integriertem Getränkemarkt.
14. Juli 2008: Der Abriss der alten Edeka-Ruine beginnt. Am 29. Juli ist "alles platt" - mit der Baugenehmigung für den Neubau wird Mitte September gerechnet.
Der Wochenmarkt schließt endgültig. Fest erhalten bleibt uns jedoch der Fischhändler, dem wir einen Platz vor dem Kaiser's an der Hranitzkystraße verschafft haben.
Der Obst- und Gemüseladen öffnet 2 Tage - um kurz darauf wieder Zettel im Schaufenster zu haben: Laden zu vermieten.
Sunpoint in der Hranitzkystraße zieht aus. Bald darauf gibt es erste Gespräche mit einer Betreiberin für Frauenturnen.
Am 4. August bleibt MediMax in der Südmeile geschlossen - für immer. Dieses Geschäft ist der Insolvenz der Gebr. Wegert, die in Berlin den Namen MediMax nutzen, zum Opfer gefallen.
Die Initiative hat ein Gespräch mit dem Vorstand des Südmeilen-Eigentümers, wie es weiter gehen soll.
Am 23. August veranstaltet der Minigolf-Verein TMV '65 die Sommerferien- und Dankeschön-Party - ein Dankeschön an alle, die an der Rettung des Platzes mitgewirkt haben.
Am 1. September 2008 wurden fast alle MEMA-Supermärkte von Kaiser's übernommen. Auch der MEMA im Alten Bauhaus wurde zu einem Kaiser's.
Am 9. Oktober war Eröffnung von Lady's Vital - Fitness für Frauen im ehem. Sunpoint Hranitzkystraße.
Am 22. Oktober 2008 wird der Baustadtrat unwirsch, als wir bei nunmehr 7 Monaten Bearbeitungszeit des Bauantrags Edeka/Reichelt am der Marienfelder Allee erneut nachfragen. Die Verzögerungen sollen angeblich bei schleppenden Einreichungen von Detailunterlagen durch Edeka liegen. Allerdings wurden einige Details erst nach mehreren Monaten Bearbeitungszeit als erforderlich angefordert.
Und dies ist Ende Oktober nicht der einzige Bauantrag in Marienfelde, der deutlich über dem von den Firmen geschätzten Genehmigungstermin liegt.
Jetzt soll beim Edeka-/Reichelt-Bauantrag nur noch das Brandschutzgutachten fehlen.
Erste Novemberwoche: Jetzt kann die Südmeile offiziell mit ihrem Umbau beginnen. Die Baugenehmigung dafür ist da!